Traditionelle Chinesische Medizin gegen übermässiges Schwitzen

Schwitzen ist eine natürliche Körperfunktion zur Regulation der Körpertemperatur. Es ist bekannt, dass die Schweissregulation unter der Kontrolle des sympathischen Nervensystems steht. Es bleibt aber letztlich unbekannt, ob eine Überaktivität des sympathischen Nervensystemes oder der Schweissdrüsen selbst zum übermässigen Schwitzen (Hyperhidrosis) führt.

Übermässiges Schwitzen kann durch Krankheiten verursacht werden, die sogenannte Sekundäre Hyperhidrose. Zum Beispiel als Symptom infolge Diabetes, Bluthochdruck, Herzschwäche, Krebs oder Tuberkel. Es gibt aber auch abnormale Schweisssymptome, die nicht durch körperliche Beschwerden verursacht werden, sogenannte Primäre Hyperhidrosis. In der Regel tritt sie in der Pubertät erstmalig auf und bleibt häufig ein Leben lang bestehen. Die Primäre oder Essentielle Hyperhidrose ist weitaus häufiger als die sekundäre Form. Sie ist gekennzeichnet durch eine Sympathikusüberstimulation, deren genaue Ursache bislang unbekannt ist.

Lokalisation

  • Hände

  • Achseln

  • Kopf & Hals

  • Rumpf

  • Füsse

  • Gesamter Körper

Viele Patienten leiden unter einer Kombination mehrerer dieser Erscheinungsformen (z.B. Hände/Achseln oder Hände/Füsse).

Ursachen

Gemäss der Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin dient das normale Schwitzen dazu, Abfallstoffe aus dem Körper auszuscheiden und die Balance zwischen dem Yin und Yang im menschlichen Körper wieder herzustellen. Man unterscheidet zwischen

  • Spontanem Schweissausbruch

  • Nachtschweiss

Spontaner Schweissausbruch wird durch eine Schwächung der oberflächlichen Abwehrkraft ausgelöst infolge eines Mangels an Qi. Die Menschen, die zu dieser Personengruppe gehören, sind oft von körperlich schwacher Konstitution, sprechen leise, haben keinen Appetit und erkälten sich oft.

Nachtschweiss ist ein spontanes Schwitzen während des Schlafes. Beim Erwachen setzt dieser wieder aus. Hervorgerufen wird es hauptsächlich durch eine innere Hitze infolge eines Yin-Mangel. Menschen, die unter übermässigem "Nachtschweiss" leiden, spüren oft Hitzewallungen am Handteller und im Fussgewölbe. Sie sind oft nervös, haben ein gerötetes Gesicht und einen trockenen Hals.

Behandlung

Diese Ursachen werden mit der TCM wie folgt behandelt:

  • 益气固表

Ergänzung von Qi und Stärkung der körperoberflächlichen Widerstandskraft

  • 调和营卫

Regulierung von Ying-Qi (Bauenenergie) und Wei-Qi (Abwehrenergie), um ein Gleichgewicht wiederherzustellen.

  • 养阴清热

zum Austreiben der Hitze und zum Ernähren des Yin

  • 清肝泄热

Vertreibung der Hitze aus der Leber

Viele klassische Kräuterpräparate sind besonders geeignet gegen Übermässiges Schwitzen. Während der Behandlung wird auch Akupunktur eingesetzt. Gesunde Ernährung und die Essgewohnheit spielen beim übermässigem Schweissausbruch oft eine wichtige Rolle. Speisen mit scharfen Gewürzen wie Chili, Pfeffer, Lauch und Knoblauch, die Hitze im Körper verursachen, sollten nach TCM möglichst vermieden werden.