Behandlung der Gesichtslähmung (Fazialisparese) mit der Traditionellen Chinesischen Medizin

Was ist eine Gesichtslähmung:

Die Fazialisparese ist ein Funktionsausfall des Gesichtsnervs (Nervus facialis). Eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur im Versorgungsgebiet dieses Nervs ist die Folge.

Mit dem Begriff Fazialisparese oder auch Fazialislähmung meint man einen Funktionsausfall des Gesichtsnervs. Am häufigsten ist die periphere Fazialisparese. Bei dieser Form ist der Nerv selbst geschädigt. Seltener kommt die zentrale Form vor. Die Schädigung liegt dabei innerhalb des Gehirns.

Ursachen:

Nur bei einem Viertel der Fazialisparesen lässt sich eine gesicherte Ursache finden. In den meisten Fällen (75 Prozent) spricht man von einer idiopathischen Fazialisparese. Das bedeutet, dass der Erkrankung keine erkennbare Ursache zugrunde liegt.

Zu den gesicherten Ursachen zählen:


  • Infektionen mit verschiedenen Erregern, z.B. Polio (Kinderlähmung), Tuberkulose oder Syphilis.
  • Verletzungen des Schädels, v.a. Schädelbasisbrüche.

  • Mittelohrentzündungen, Warzenfortsatzentzündung.

  • Tumoren im Schädelinneren oder in der Ohrspeicheldrüse.

  • Ärztliche Eingriffe, z.B. an der Ohrspeicheldrüse oder am Mittelohr, Verletzungen bei der Durchführung einer Narkose, fehlerhafte Injektionen beim Zahnarzt und schliesslich die geburtstraumatische Fazialislähmung bei Neugeborenen nach Zangengeburten.

  • Gürtelrose (Herpes-Virusinfektion) im Ohrbereich.

  • Borreliose, z.B. nach Zeckenstich.

  • Guillain-Barrée-Syndrom (Nervenwurzelentzündungs-Krankheit).

Symptome der Fazialisparese:

Verschiedene Zeichen, wie eine hängende Augenbraue oder Schwierigkeiten beim Trinken, können auf eine Fazialislähmung hinweisen.
Je nachdem, an welcher Stelle der Gesichtsnerv geschädigt ist, unterscheidet man die zentrale und die periphere Fazialisparese. Bei der zentralen Form liegt die Schädigung im Gebiet der übergeordneten Ursprungskerne des Nervs, bei der peripheren Form wird der Nerv in seinem Verlauf nach Austritt aus dem Hirnstamm geschädigt. Die zentrale Schädigung ist selten, aber nicht immer von der peripheren Lähmung zu unterscheiden.
Folgende Symptome können auftreten:

  • Eine glatte und faltenarme Stirnhälfte.

  • Eine hängende Augenbraue und Wange

  • Unvollständiger Lidschluss; beim Versuch, das Auge zu schliessen wird das Weiss des Augapfels sichtbar (Bell-Phänomen).

  • Störungen der Beweglichkeit der mimischen Muskulatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Pfeifen etc.

  • Häufig: Minderung der Geschmackswahrnehmung durch Verlust der Empfindung süss und salzig auf den vorderen zwei Dritteln einer Zungenhälfte

  • Störung der Tränensekretion mit Brennen im Auge.

  • Überempfindlichkeit auf laute Töne oder Geräusche

  • Teilweise vorhergehende Schmerzen im Ohrbereich

  • Manchmal Herpesbläschen im Ohrbereich oder Gehörgang als Zeichen einer Herpes-Virusinfektion (Gürtelrose, Zoster).

Ursachen und Behandlungen aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass die Gesichtslähmung vor allem eine Folge von Zugluft und Kälteeinfluss ist, die zur Blockade der Energie Qi in den Meridianen und folglich zu einer Störung der Ernährung der Nerven führen. Auch eine Schwäche des Qi mit Schwäche des Blutes und die Stagnation des Schleims kann als Ursache vorliegen.

Die traditionelle Chinesische Medizin zeigt gegen Gesichtslähmung eine gute Wirksamkeit. Auch ist TCM anderen therapeutischen Massnahmen durch ihre Nachhaltigkeit deutlich überlegen. Bei der Behandlung der Gesichtslähmung stehen Akupunktur, Tuina-Massage und Moxibustion im Vordergrund. Um die Wirkung der Nadeln zu verstärken wird oft auch Elektroakupunktur mit niederfrequenter, elektrischer Simulation eingesetzt. Dadurch wird

  • Wind, Kälte und Schleim vertrieben

  • eine Energieblockade in den Meridanen gelöst und Konvulsionen werden gelindert

  • Qi und Blut ergänzt, die Meridane restauriert

  • eine Wiederherstellung der Nervenfunktion gefördert

Bei der Behandlung der idiopathischen Fazialisparese wurden oft schnelle Remissionen (Rückbildungen) schon nach wenigen Behandlungen beobachtet.

Zur Beachtung:

  • Ermüdung sowie Wind und Kälte sollten vermieden werden

  • Umgehend den Arzt aufsuchen und so schnell wie möglich mit der Therapie beginnen